Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

Multibandantennen

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

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Multiband-Antenne für den TS2000 oder
eine CB-Funkantenne als Multibandantenne 
von 10 MHz (30 m) bis 28 MHz (10 m)

"Gibt es eine Antenne für einen bestimmten Transceiver? Antennen sind doch unabhängig von einem Gerät", werden Sie sagen. Hier geht es um einen Sonderfall. Es geht um ein Gerät mit einem automatischen Antennentuner und einer automatischen Antennenumschaltung für zwei Antennen. Also wird eine Multibandantenne für alle Bänder mit maximal zwei Zuleitungen benötigt. Sicher gibt es auch andere Transceiver als den TS2000 mit ähnlicher Konfiguration.

Ich hatte mir für mein Winter-QTH in Spanien einen Kenwood TS2000 zugelegt, weil er alles in einem Gerät vereinigt. Dies ist zum Mitnehmen für mich natürlich ideal. Alles heißt: Alle Bänder für Kurzwelle plus 50 MHz plus 2 m plus 70 cm und wenn man will, auch noch 23 cm für Satellitenfunk mit 100 Watt von 160 m bis 2 m. Das reicht sogar für Meteorscatter (WSJT). Ja und das Wichtigste: Er besitzt ein automatisches Anpassgerät für Kurzwelle inklusive 50 MHz. Nun brauchte ich eine Multiband-Kurzwellenantenne, die mit höchstens zwei Kabeln gespeist wird, aber auf allen Bändern von dem eingebauten Anpassgerät abgestimmt werden kann.

 

Kurzwellenantenne für 80, 40 und 30 m

Also machte ich Versuche mit sehr vielen Antennen, um nicht nur die klassischen Bänder 80, 40, 20, 15 und 10 m zur Verfügung zu haben. Besonders interessierte mich für den Pactor-Betrieb noch 10 MHz und möglichst auch 18 und 24 MHz zusätzlich.

Für den Pactor-Betrieb wollte ich den TS2000 automatisch alle Frequenzen durchscannen lassen. Dann kann man die Antenne aber nicht von außen umschalten, sondern benutzt die automatische Antennenumschaltung des Transceivers mit dem automatischen Anpassgerät.

Zunächst experimentierte ich mit Einzeldipolen, Doppeldipolen und sogar mit Dreifachdipolen. Aber alle acht Bänder von 80 m bis 10 m damit zu schaffen, war mir nicht gelungen. Mir würde ja die Kombination 80 m, 40 m und 30 m genügen und eine zweite Antenne von 20 m aufwärts.

Einen gestreckten 80-m-Dipol konnte ich auf dem Grundstück nicht unterbringen und sechs Drähte für einen Dreifachdipol waren mir doch etwas zu viel. Ich baute eine G5RV. Das ist eine Antenne aus zweimal 13,5 m Draht plus einer 12-m-Feederleitung von 450 Ohm. Aber ich schaffte es nicht, diese Antenne so hin zu bekommen, dass der TS2000 sie für die drei Bänder hätte abstimmen können. Zufälligerweise hatte ich einen Balun-Transformator dabei, ein Ersatzteil von einer FD4-Antenne. Ich weiß gar nicht, ob dieser Balun-Trafo 1 : 6 oder 1 : 4 transformiert. In meiner Drahtkiste fand ich zwei Stücke Draht, die zusammen 41 m ergaben, nämlich einmal 29 m und einmal 12 m. Ich hängte diese Antenne auf, wobei ich einen Teil des 29-m-Drahtes abknicken musste, um es auf dem Grundstück unterbringen zu können.

Die 41m lange Windomantenne bei EA5/DJ4UF
Die 41 m lange Windom-Antenne bei EA5/DJ4UF

Siehe da! Die Überraschung war sehr groß. Diese Antenne kann der TS2000 mühelos auf allen Bändern anpassen. Nicht nur auf 80 m, 40 m und 20 m ließ sich die Antenne abstimmen, sondern auch auch auf 30 m (10,1 MHz). Für einen Vergleich hängte ich auf der anderen Seite des Grundstücks einmal einen 40-m-Dipol und dann einen 30-m-Dipol auf und konnte kaum Unterschiede beim Empfang verschiedener Stationen feststellen. Also ist diese Windom-Antenne für mich die Lösung zumindest für die langwelligen Bändern 80 m, 40 m und 30 m.

 

Eine CB-Funkantenne als Multibandantenne

Auf den oberen Bändern hat eine so lange Antenne ein sehr stark verzipfeltes Richtdiagramm. Ich wollte aber mit Sicherheit meine Freunde in Deutschland gut erreichen können. Also experimentierte ich mit kurzen Dipolen und mit Vertikalantennen.

Zufällig hatte ich auch zwei alte Groundplane-Antennen mitgenommen. Aber die eine war für 14, 21 und 28 MHz, die andere für 10, 18 und 24 MHz. Um alle Bänder abdecken zu können, bräuchte ich einen dritten Antennenanschluss für alle drei Antennen. Zwei Groundplane-Antennen mit ihren vielen Radials konnte ich sowieso nicht vernünftig unterbringen. Das war keine Lösung für den TS2000, denn es sind nur zwei Antenneneingänge vorhanden.

Ich hatte auf einem Flohmarkt vor ein paar Jahren eine Vertikalantenne für 11 m gekauft. Ich glaubte, es wäre nur ein schöner ausziehbarer Aluminiumantennenstab. Aber beim Ausmessen der Antenne mit meinem MFJ-Antennenmessgerät zeigte sich, dass diese Antenne bei einer Länge von 5,5 m Resonanz auf 9 und auf 27 MHz hat (SWR kleiner 1,3). Durch Verkürzen ließ sich die 9 MHz-Resonanz mühsam bis 10 MHz ziehen, wobei das SWR aber auf 1,8 bis 2 anstieg. Diese Antenne ließ sich mit dem TS2000 auf 10 MHz anpassen. Ich verlängerte die Antenne aber wieder auf die größtmögliche Länge und stellte fest, dass der TS2000 diese Antenne nicht nur für 10 MHz und 28 MHz sondern auch für alle dazwischen liegenden Bänder anpassen konnte. Wunderbar! 

Die Antenne steht nun hoch oben auf dem Berg am Balkongeländer des Hauses befestigt und liefert genau so gute Signale, wie Vergleichsdipole, die ich zum Garten hinunter gespannt hatte. In manche Richtungen war diese Vertikal sogar dem Halbwellendipol überlegen, vor allem nach Südafrika (Pactor Mailbox ZS5S). Und das Tollste ist: Sie benötigt keine Radials. Wenn ich versuchsweise Radials anklemme, ändert sich das SWR bei der Frequenz kaum und das Antennenanpassgerät merkt das Radial nicht. Vielleicht genügt das Balkongeländer als Gegengewicht, obwohl wegen des Farbanstrichs keine elektrische Verbindung besteht.

Ob in dem Antennenfuß ein Anpassglied eingebaut ist? Irgendetwas muss da drin sein *), dass sich eine Resonanz bei 9 und bei 27 MHz ergibt. Inzwischen haben wir herausgefunden, dass es sich um die CB-Funk-Antenne GPA27/HW11 handelt. Es ist eine Halbwellenantenne für 27 MHz mit SWR-Abgleich durch Einschieben der Elemente, Länge 5.50 m, 350 bis 1000 Watt. Diese Antennen werden auch unter folgenden Bezeichnungen geliefert: Range-Top 27, Sirius 27, Strato DX 200 oder ECO 050. Gemeinsame Merkmale sind der 50 Ohm-Anschluss, 27 MHz, Lamda-Halbe, etwa 2000 Gramm (auch mit stärkeren Alu-Rohren lieferbar), 5.50 m lang. Gewinn etwa 3 dB. Preis bei Conrad 46 Euro für die 350-Watt-Ausführung.

Mit dieser Vertikalantenne am metallenen Balkongeländer habe ich also auf Anhieb alle Bänder von 10 MHz (30 m-Band) aufwärts abgedeckt. Diese Bänder habe ich nun zweimal zur Verfügung und kann wunderbar vergleichen. Mal ist die lange Windomantenne überlegen, mal die Vertikalantenne. Durch leicht mögliches Umschalten am TS2000 kann ich dies sehr gut ausprobieren. Der TS2000 ist sogar so intelligent, dass er sich die Abstimmung für die einzelne Antenne pro Band merkt. Man braucht nach einem Umschalten der Antenne nicht mehr neu abzustimmen.

Inzwischen (Oktober 2004) verwende ich anstatt dieser "wackeligen" CB-Funk- Antenne die Breitband-Vertikalantenne von Telcom EF-1, die in der FUNK 1/2005 ausführlich beschrieben wird. Sie ist für 100 Watt ausgelegt und funktioniert ausgezeichnet. Ich habe sie noch durch einen zusätzlichen horizontalen Draht von 16 m verlängert und nun geht sie noch besser auf 80 m und auf 40 m.
 

Die Vertikalantenne am Balkongeländer

Die Befestigung am Balkongeländer

Der Antennenfuß der GPA/27/HW11

*) In der FUNK 10/2004 hat OM Karl Hille, DL1VU eine Schrägdrahtantenne mit 9:1 "Unun" beschrieben, die auf allen Bändern ein "mittleres" SWR hat und man diese dadurch mit einem automatischen Antennentuner sehr leicht anpassen kann. Ein Unun ist etwas Ähnliches, wie ein Balun. Balun bedeutet: balanced - unbalanced, also symmetrisch - unsymmetrisch und Unun bedeutet unbalanced - unbalanced, also unsymmetrisch (Koax) - unsymmetrisch (Monopolantenne, einseitig). Wenn man diesen 9:1 Unun in die CB-Funk-Antenne einbaut, hat man eine brauchbare "Allround-Antenne" mit niedriger Antennenimpedanz in der Größenordnung zwischen 30 und 100 Ohm. Diese Antenne lässt sich mit jedem Antennentuner gut abstimmen.

Die Mantelwellendrosselauf der Wasserflasche Ansonsten muss man noch entsprechende Mantelwellendrosseln einbauen, falls man Hochfrequenzstörungen bei der Modulation bekommt, wie man sie hier als aufgewickeltes Koaxkabel auf einer Wasserflasche sehen kann. Dazu hat Hans Nussbaum DJ1UGA in der FUNK [3] ausführliche Untersuchungen vorgestellt.

Literatur:

[1] Rothammel, Antennenbuch, 11. Auflage 1989 "Die Windom-Antenne" und "Die G5RV-Antenne"
[2] Kataloge von Pan International, Albrecht, Stabo, Conrad
[3] Funk Heft 10/2002 Seite 38 ff

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aktualisiert am 29.10.2012 durch DJ4UF