Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

MS portabel

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

Zum Logauszug MS-Aktivitäten 2003

Meteorscatter vom Segelboot

Meteorscatter FSK441 mit WSJT

Die Stationsausrüstung für unterwegs

 

Meteorscatter unterwegs

Urlaubsreisen mit Funkbetrieb können viel Spaß machen. Wenn man nicht mehr mit Kindern in Urlaub fährt und die Ehefrau ein wenig Verständnis für das Hobby des Ehemannes aufbringt, kann eine Funk-Urlaubsreise für beide ein Vergnügen sein. Um erfolgreich UKW-DX machen zu können, fährt man nämlich häufig in Gegenden, in die man sonst nicht kommen würde. Nur an einem Ort am Strand herum zu liegen, ist ja nicht Jedermanns Geschmack. Der "Funk-Urlauber" sucht sich normalerweise auf der Locatorkarte ein Feld aus, das man gern einmal aktivieren möchte und das auch von der Landschaft her interessant zu sein verspricht. So fuhren wir häufig in die Provence nach Südfrankreich oder in die Pyrenäen nach Nordspanien oder auch in die Sierra Nevada in Südspanien, wo man außer einer guten HF-Lage eine schöne Aussicht hat.

Der DX-Funkbetrieb auf 2 Meter

Von dort aus erreicht man Deutschland normalerweise nicht. Aber es gibt zwei Ausnahmen. Besonders im Monat Juni gibt es häufig Sporadic-E-Ausbreitung, wobei man mit kleinsten Leistungen Entfernungen von 1000 bis 2000 km erreichen kann. Mittel- und Süditalien oder Mittel- und Südspanien sind günstige Entfernungen, um Deutschland zu erreichen. Aber diese wenigen Stunden einer Sporadic zu erwischen, ist im Urlaub nicht einfach. Man muss praktisch die ganze Zeit einen Kontrollempfänger laufen haben. Für diese Art der Ausbreitung benötigt man keine spezielle "DX-Lage". Man kann bequem vom Campingplatz aus funken, denn die Reflexionen sind in 100 km Höhe und die Antenne darf sogar etwas nach oben zeigen.
Wenn man nicht auf diese sehr sporadisch auftretenden Ausbreitungsbedingungen angewiesen sein will, kann man Meteorscatter benutzen. Für diejenigen Leser, die sich in diesem Gebiet der Funktechnik nicht so gut auskennen, sei die Betriebsart einmal kurz beschrieben. Ständig strömt Meteoritenstaub auf die Erde zu, deren größere Körner in der Atmosphäre in etwa 100 km Höhe verglühen und kurzzeitig eine Ionisation bewirken. Durch Reflexion an diesen kurzlebigen Ionisationsgebieten werden die großen Entfernungen überbrückt. Mit einem Notebook mit Soundkarte, einer kleinen PA mit zirka 75 Watt und einer 9-Element-Yagi ist man dafür schon bestens ausgerüstet. Eine funkgesteuerte Uhr benötigt man noch. Man sendet nämlich für jeweils 30 Sekunden einen Text, also beispielsweise CQ EA5/DJ4UF und in den folgenden 30 Sekunden hört man dann.

 

Eine ganz besondere Meteorscatter-Expedition

Meteor-Scatter vom Segelboot - ein Bericht aus dem Jahr 1991

Eckart K.W. Moltrecht, DJ4UF, von der VHF-DX-Gruppe DL-West sorgt immer wieder für sensationelle Unternehmungen im Bereich des Funkbetriebs auf Ultrakurzwelle im 2-m-Band. Waren es bisher Unternehmungen mit seinem Wohnmobil auf einsame Berge oder in seltene Felder, so wurde diesmal nachgewiesen, dass man auch von einem Segelboot aus mit Hilfe von Meteor-Scatter große Entfernungen überbrücken kann. Hier folgt sein Bericht.

Wie in den Osterferien üblich, zog es uns (Brigitta, DH4KYL und mich, DJ4UF) wieder in südliche Gefilde. Zunächst war Südfrankreich unser Ziel. Dann aber trafen wir auf Kurzwelle Robert, DL8KCV aus Aachen, der mit seiner Familie in Ampuria Brava in Spanien seinen Urlaub auf seinem Segelboot verbrachte. In unserem Gespräch wurde die Idee geboren, doch mal von Bord aus DX
auf 2 Meter zu versuchen.

Wir fuhren also weiter an die Costa Brava. Das wollte ich doch mal probieren, ob man denn von einem Segelboot auf dem Meer auch erfolgreich Meteorscatter machen kann. Zunächst verabredete ich mich im VHF-Netz auf Kurzwelle mit ein paar Stationen, um erstmal von Land aus zu probieren, wie denn die Bedingungen für sporadische Meteoriten am Tage sind.

Ich konnte mit DF8LC aus Norddeutschland und mit DL1EJA aus Westdeutschland am Nachmittag direkt zwei komplette Verbindungen tätigen. Lothar, DF8LC, produzierte 30 Pings und sieben Bursts in einer Stunde. Mit Oliver, DL1EJA, ging es zwei Stunden später nicht so gut. Er brachte es nur auf 9 Pings und 2 Bursts, davon allerdings einer mit fast 3 Sekunden.

Bei CW-Meteor-Scatter verabredete man damals normalerweise eine Stunde QSO - Zeit, wobei jeder abwechselnd in Hochgeschwindigkeits-Telegrafie immer 2 1/2 Minuten sendet, während der andere den Text mit einem in der Geschwindigkeit einstellbaren Recorder aufzeichnet und den Text wieder verlangsamt und decodiert. Dabei reicht ein Ping von einer zehntel Sekunde schon aus, um zwei Buchstaben zu übertragen. In einem Burst von einer Sekunde lässt sich der gesamte Text, der aus etwa 20 Buchstaben besteht, übertragen.

Am nächsten Tag testete ich noch, wie es denn am Vormittag ging. Testpartner waren drei Stationen aus England: G0GMS, G4EZP und G0KON, sowie eine Station aus den Niederlanden PA3FJY und eine deutsche Station, DL1EFJ, dem Norbert aus Kamp-Lintfort, mit dem ich noch am Abend zuvor getestet hatte. Am Abend ging es kaum, jedoch am Vormittag ging es sehr gut. Alle verabredeten Funkverbindungen wurden "komplett" und in jeder Stunde war mindestens ein Burst von 2 Sekunden dabei. Also konnte die Aktion starten.

Für Ostermontag war nun der besagte "Maritime-Mobil-Meteor-Scatter"-Versuch geplant. Guido, DL8EBW, aus Wuppertal war unsere Gegenstation. Für ihn war das Square nicht neu und es wäre nicht so schlimm gewesen, wenn der Versuch nicht geklappt hätte. Außerdem hat er eine "durchschnittliche" DX-Station mit 200 Watt und 2 mal 9-Element-Antenne. Aber Guido hat eine ungünstige Lage für DX nach Süden. Er muss da über ein paar Hügel hinüberstrahlen.

Um 8 Uhr am Ostermontag begannen wir mit dem Umräumen meiner 2-m-Funkstation aus dem Auto auf die "White Wing", einem Segelboot mit 10 m Länge. Zu der Funkstation gehörte der Transceiver sowie eine Endstufe mit 150 Watt, dazu eine elektronische Speichermorsetaste (den Portabel-Computer wollte ich nicht mitnehmen an Bord) und ein umgebauter, in der
Geschwindigkeit einstellbarer Kassetten-Recorder. Als sehr vorteilhaft erwies sich der neue Vorverstärker von DL1GNM, mit dem ich viel besser hörte als in den letzten Jahren.

DJ4UF - maritime mobil

Das Hauptproblem war die Anbringung der 4,5 m langen Yagi-Antenne. Denn sie musste von unterwegs auch drehbar sein, da der Kurs des Segelbootes ja nicht konstant ist. Wir befestigten sie einfach mit Gurten am Heck der White Wing. Dort war sie allerdings nicht um ganze 360 Grad drehbar, weil sie dann das Achterstag berührte. Aber wir konnten sie dort von Hand auch in der Elevation (Erhebungswinkel) verändern, da das Schiff ja auch Krängung macht
und wir über die Berge im Hintergrund strahlen müssen.

Kurz vor 9 Uhr verließen wir den Hafen von Ampuria Brava und segelten etwa drei Seemeilen ostwärts. Dort wurde zunächst geankert. Allerdings war dies gar nicht so praktisch, da die Windrichtung an diesem Vormittag nicht konstant war und man dauernd die Antennenrichtung korrigieren musste.

Aber pünktlich um 10 Uhr begann ich zu senden. Mit Tempo 1000 Buchstaben pro Minute sendete ich nur die beiden Rufzeichen aus: DL8EBW DJ4UF MM. Das "MM" steht für "maritime mobile". Nach 2,5 Minuten ging ich auf Empfang. Ja, da war etwas. Ich nahm die ersten Pings auf Kassette auf. Das musste Guido sein. Ich hörte mir die längste Reflexion an. Ja, es war DL8EBW. Teile von seinem und von meinem Rufzeichen waren zu erkennen.

In der nächsten Empfangsperiode kam dann ein "sagenhafter" Burst von mehr als 2 Sekunden und großer Lautstärke: "DJ4UFMM DL8EBW DJ4UFMM ...". Ich war erfreut über diesen Burst aber erschrocken zugleich. Denn es war kein Rapport enthalten. Guido hatte uns nicht gehört. Was war los? Ich überprüfte die Senderanlage und erkannte den Fehler.

Die BEKO-Senderendstufe zeigte "protection" an. Der Selbstschutz war angegangen und ich hatte es nicht bemerkt. Das war sicher passiert, als wir aus Versehen beim Drehen mit der Antenne das Achterstag berührt hatten. Nun, es war ja noch nicht zu spät. Ich musste nur kurz aus und wieder einschalten und alles war OK. Nun sendeten wir auch mit voller Leistung. Ich hätte zur Kontrolle noch einen Leistungsmesser in die Antennenzuleitung einschleifen sollen.

Nun ging alles seinen normalen Lauf. Ich hatte bereits beide Rufzeichen komplett empfangen und brauchte nur noch auf den Rapport zu achten. Den empfing ich auch mit "26" in der folgenden Periode. Also DL8EBW hörte uns und ich konnte bereits "roger 26" senden. Guido hatte das "R" auch bald empfangen, denn er sendete "YYY", was so viel bedeutet wie: "Ich habe Dein Roger und den Rapport empfangen, aber mir fehlt noch Dein Rufzeichen". Also sendete ich nur noch "DJ4UFMM".

Inzwischen hatte Robert (DL8KCV), unser Kapitän, bereits Anker gelichtet und wir fuhren mit konstantem Kurs auf den Hafen zu. Und da kamen dann auch die erwarteten "RRR" Final-Rogers, die besagten, dass DL8EBW nun auch mein Rufzeichen komplett empfangen hat. Ich bestätigte dies noch durch "RRR" von meiner Seite und der Versuch war geglückt. Wir hatten auf dem Meer auf einem Segelboot eine Funkverbindung über Reflexionen an Meteoriten hergestellt.

Könnte dies nicht ein Ansporn sein für einen Funkamateur mit Segelboot, mal eine richtige "Maritime Meteor-Scatter DXpedition" zu machen? Viele DXer warten auf die Squares im Mittelmeerraum oder der Biskaya.

DJ4UF

 

Seit 2000: Meteorscatter in FSK441 mit WSJT

Das Meteorscatter-RTTY-Programm WSJT sendet mit einer ziemlich hohen Baudrate, so dass in einer Zehntelsekunde etwa 15 Buchstaben übertragen werden. Dies genügt zum "QSO-fahren" über Meteoriten. Allerdings gibt es eine spezielle Betriebstechnik, die ich hier nur kurz beschreiben möchte. In der cq-DL Heft 10/2001 findet man eine ausführliche Anleitung. Man findet den Bericht auch hier auf meiner Homepage unter WSJT.

Für RTTY-Meteorscatter hat sich als Anruffrequenz 144,370 MHz eingebürgert. Als "DX-Station" beginnt man bei Sekunde Null einer Minute. Ich rufe beispielsweise

CQ EA5/DJ4UF

genau 30 Sekunden lang. Das Programm WSJT schaltet automatisch für die zweiten 30 Sekunden einer vollen Minute auf Empfang. In der folgenden Sendeperiode wird gleichzeitig der vorher empfangene Text dekodiert. Das bei normalem CW oder RTTY übliche "de" zwischen den Rufzeichen lässt man weg.

Nehmen wir an, in der sechsten Minute empfange ich folgenden Text.

4UF DK2BJ

Nun weiß ich, dass ich gerufen werde und sende in der folgenden Sendeperiode

DK2BJ  EA5/DJ4UF 27 27

27 steht für den Rapport nach einem bestimmten System (siehe Tabelle) für die empfangene Länge der Reflexion und der Lautstärke. Diesen einmal gewählten Rapport darf man dann während des gesamten QSOs nicht mehr verändern, auch wenn zwischendurch einmal eine wunderbare lange und laute Reflexion folgt.

Möglicherweise empfange ich danach in einem der nächsten Durchgänge folgenden Text.

/DJ4UF DK2BJ R26

Dann sende ich weiterhin den 27-Rapport und kein "R", denn mein Rufzeichen ist noch nicht komplett. Erst wenn ich auch EA5/DJ4UF eindeutig empfangen habe, darf ich ein "R" senden. Da ich bereits das R von DK2BJ empfangen habe, weiß ich, dass mein Funkpartner alles komplett hat und sende jetzt

4UF RRR RRR

Es genügt dieser letzte Teil des Rufzeichens und dreimal R, was so viel bedeutet, dass nun alles komplett ist. Man nennt diese drei R die Final-Rogers. Hat DK2BJ meine Final-Rogers empfangen, sendet er vielleicht noch BJ 73 TNX. Ich beende meine Aussendungen oder rufe wieder CQ. Wenn DK2BJ nichts mehr hört oder meinen CQ-Ruf empfängt, beendet er seine Aussendungen.

Also: Ein QSO ist komplett, wenn beide Stationen beide Rufzeichen und den jeweiligen Rapport sowie die Bestätigung (R) eindeutig empfangen haben.

Mehr zur Meteorscatter-Prozedur

EA7/DJ4UF in IM96BW

Die Funkausrüstung unterwegs

Um diese Art von Funkbetrieb im Urlaub machen zu können, wird folgende Funkausrüstung benötigt: Der Sender sollte mindestens 50 Watt Leistung produzieren und man benötigt eine Richtantenne mit zirka 10 dB Gewinn (z.B. 10 Elemente), so dass man mindestens auf 500 Watt Strahlungsleistung kommt. Einen Rotor benötigt man nicht, da die Antenne für jedes QSO von Hand neu ausgerichtet werden kann.

Ferner benötigt man einen Notebook-Computer mit einer Soundkarte und Windows Betriebssystem, dazu das kostenlose Programm WSJT (http://pulsar.princeton.edu/~joe/K1JT).

Wie kann man aber die Gleichstromleistung aufbringen, wenn man mit dem (Camping-) Mobil auf einem einsamen Berg steht, wo es keinen Stromanschluss gibt? Es gibt zwei Möglichkeiten. Entweder man nimmt einen Stromerzeuger und einen größeren Kanister Benzin mit auf die Reise oder man muss eine sehr große Akku-Kapazität zur Verfügung haben, wenn man mehrere Stunden Funkbetrieb ohne Nachladen durchstehen will.

Bei 100 Watt Senderausgangsleistung wird das Doppelte an Senderinput, also etwa 200 Watt Gleichstromleistung benötigt. Bei 12 Volt sind dies 20 Ampere. Auch das Funkzubehör, wie z.B. der Computer, braucht noch zusätzlichen Strom. Ich habe bisher mit einem 800-Watt Stromerzeuger gute Erfahrung gemacht. Damit können alle Geräte direkt auf 220 Volt laufen.

Nachteilig ist die wenn auch geringe Lärmentwicklung eines solchen Generators beim meist nächtlichen Funkbetrieb, wenn man nicht irgendwo ganz einsam steht. Ein weiterer Nachteil ist die Benzinversorgung des Aggregates, besonders im Dunkeln. Ein Funkbetrieb aus dem 12-V-Bordnetz wäre viel angenehmer. Dazu könnte man bei abfallender Spannung die Lichtmaschine des Motors mitlaufen lassen, was aber wegen der Umweltbelastung nicht empfohlen werden kann. Den Ladezustand der Batterie sollte man durch einen parallel geschalteten Spannungsmesser ständig überwachen.

Wenn ein Netzanschluss in der Nähe vorhanden ist (Campingplatz), sollte man sich daraus bedienen. Eine 30-m-Kabelrolle und entsprechende Adapter für die fremdländische Steckernorm gehören also auch mit ins Gepäck. Beim 12-V-Betrieb der Funkgeräte muss ein entsprechendes Ladegerät mitgenommen werden.

Die Antenne

Es wird eine Richtantenne mit hohem Gewinn aber dennoch relativ großem Öffnungswinkel benötigt. Bewährt hat sich bei mir die 13-Element-Portabel-Antenne von Tonna. Diese Antenne kann leicht in vier Teile zerlegt werden und die Elemente werden einfach zur Seite gedreht. Dann passt die zusammengelegte Antenne mit 1,25 m Länge fast in jeden Kofferraum. Sie kann in fünf Minuten zusammengesetzt werden.

Als Antennenmast hat sich ein ausgedehnter Windsurfingmast aus Glasfaserkunststoff von etwa 5 m Länge sehr gut bewährt. Er ist sehr leicht und stabil. Für den Transport auf dem Wagendach gibt es entsprechende Halterungen für den Dachträger. Falls er im Kofferraum transportiert werden soll, könnte man den Windsurfingmast zersägen und mit passenden Rohrstücken (Anglerbedarf) steckbar machen.

  DJ4UF in Luxemburg  
 Links: Antenne für EME, rechts: Antenne für Meteorscatter

Der Standort

Der Meteorscatterfunkbetrieb von Campingplätzen ist selten sehr erfolgreich. Entweder hat man Probleme mit Funkstörungen bei den sehr dicht stehenden Campingnachbarn oder es gibt viel Umwelt-Empfangsstörungen durch andere Geräte. Und selten liegen Campingplätze in einer exponierten "Funklage". Für Meteorscatter braucht der Standort aber nicht so besonders exponiert zu sein. Bei Entfernungen um 1200 km ist sogar ein Erhebungswinkel von etwa 7 Grad der Antenne sehr günstig für die 100 km hoch liegende Reflexionsschicht. Dies bedeutet, dass man auch "hinter den Bergen" noch DX machen kann. Zum Beispiel dürfen Berge in 5 km Entfernung schon 500 m höher sein als der eigene Standort. 

Wählen Sie lieber Ihren Standort danach aus, ob es in der Nähe vielleicht Empfangsstörungen durch Hochspannungsleitungen oder Motoren in Fabriken und so weiter geben könnte. Wenn Sie auf halber Höhe eines Berges auf der Seite ihres Zieles stehen, werden alle Funkstörungen aus der Richtung des Berges abgeschirmt. Also alles, was hinter dem Berg ist, stört nicht mehr.

EA7/DJ4UF/P in IM96

Bei unserer Aktivität in IM96 in Südspanien hatten wir ebenfalls ein Problem mit dem Standort. Wie man hier im Bild sieht, gab es nur eine schmale Lücke nach DL, aber genau durch die Mitte. Für England aber lagen berge davor, die eine Elevation von zirka 10 Grad erfordert hätten. Unmöglich bei der Entfernung. Die Antenne musste nach DL stehen bleiben und Stationen aus England hätten ihre Antennen entsprechend ausrichten müssen, so dass sich die beiden "Sendestrahlen" in der Mitte treffen, wie man es in folgender Skizze sehen kann.

Sidescatter, wenn Hindernisse im Weg sind ...
Sidescatter, wenn Hindernisse im Weg sind ...

 

Zusatzausrüstung

Um den Winkel zu prüfen, ob man über einen Berg oder ein Gebäude hinüber kommt, sind ein Winkelmesser und eine Wasserwaage eine gute Ergänzung der Funkausrüstung, aber auch ein Höhenmesser kann recht gute Dienste tun.

Natürlich gehört auch ein Kompass dazu, denn die Antenne muss auf den Funkpartner ausgerichtet werden. Um die notwendige Richtung zu ermitteln, nimmt man am einfachsten die Kopie einer Locatorkarte mit auf die Reise und macht sich aus Klarsichtfolie eine einfache Richtungseinteilung, deren Mittelpunkt man je nach Standort verschieben kann.
Den Locator des eigenen Standortes sollte man natürlich ziemlich genau bestimmen können. Es gibt die Möglichkeit aus genauen Karten die geografische Länge und Breite zu ermitteln und mit dem Computer den Locator auszurechnen. So habe ich es früher gemacht. Ich verwende inzwischen einen GPS-Empfänger, der den Maidenhead-Locator direkt anzeigen kann (Garmin GPSmap76) und der ein aktuelles genaues Kartensystem für ganz Europa enthält.

Als weitere Ausrüstung für den Meteorscatterfunkbetrieb ist eine Kurzwellen-Mobilstation sehr sinnvoll. Funkverbindungen für Meteorscatter werden häufig vorher im VHF-Netz im 20-m-Band (14,345 MHz) verabredet. Besser noch ist ein Pactorcontroller, um über ein Kurzwellen-Gateway in ein deutsches Cluster einsteigen zu können. Ein 100-Watt-Mobiltransceiver und eine Mobilantenne gehören also für mich zur Funkausrüstung dazu. Dann kann man bereits auf der Fahrt zu einem geeigneten Standort entsprechende Verabredungen treffen.

Günstige Funkbetriebszeiten

Wenn Sie Ihren Meteorscatterfunkbetrieb zeitlich beliebig einrichten können, richten Sie sich einerseits nach der jahreszeitlich immer wiederkehrenden Häufigkeit von Meteoritenschauern (Bild 2) und außerdem nach der Tageszeit, wann die Meteoriten in den verschiedenen Richtungen auftreten (Tabelle 2). In der Tabelle sind für acht Hauptrichtungen (z.B. Nord - Süd, Nordost - Südwest, Ost - West) die jeweils günstigsten Tageszeiten angegeben. Es hat zum Beispiel keinen Sinn, während der Leoniden im November Meteorscatterfunkbetrieb machen zu wollen, wenn Sie nur nachmittags und abends QRV sein können. Zu der Zeit finden die Einschläge der Meteore auf der anderen Seite der Erde statt. Dann bleiben nur die immer vorhandenen sporadischen Meteoriten übrig.

Die Tabelle dazu finden Sie hier auf der Homepage.

 

Meteorscatter-Aktivitäten 2003

Die Portabel-Station in IM96

IM96 am 8. und 9.2. 2003

Ich wollte mal testen, ob man eine FSK441 Aktivität in ein seltenes Square mit kleiner Leistung, kleiner Antenne und ohne Vorankündigung bei mäßigen Bedingungen machen kann.
Station: 150 Watt, 9-Element, Vorverstärker, Notstromaggregat 230 V / 2 A.

Der Standort südlich von Carboneras beim Leuchtturm war funktechnisch sehr ruhig mit freier Sicht von 20-35 Grad und von 45-70 Grad. Die Antenne war wegen des starken Windes mit Seilen festgelegt und konnte nur mit Mühe verdreht werden. Ich habe sie später auf 30 Grad stehen gelassen, denn aus 50 Grad kam auch nach längerem CQ-Rufen nichts. Nach England war eine hohe Gebirgskette (mindestens 10 Grad Elevation) im Wege. Wir haben später auf der Rücktour noch nach einem freien Standort für Richtung Norden gesucht. Wir haben keinen gefunden in IM96. Also: Sidescatter! (Bilder weiter oben!)
Ich hatte mit GW3LEW über Cluster Sidescatter vereinbart (meine Antenne 25 Grad), aber es hat nicht geklappt. Ich habe nur einmal "LEW" gesehen. 
Ich konnte über Kurzwelle (Pactor-Gateway über DK3OZ nach DB0PRA-9 in Aachen) ins deutsche Cluster und mich dort gelegentlich KURZ melden. Der Kurzwellenbetrieb machte aber Störungen beim 2-m-Empfang und musste deshalb kurz gehalten werden.

Nur 4 Skeds (DF2ZC, DL2OM, DK5WO und GW3LEW), alles andere "random":

Logauszug von EA7/DJ4UF/P aus IM96BW

8.2.2003
UTC Call C/NC max. Burst (Ping)
----------------------------------------
1100-1120 DF2ZC C 6dB 160ms
1225-1255 ON1IM C 4dB
1255-1336 PE1HWO C 6dB 360ms
1341-1349 F6FHP C 5dB
1350-1414 DF8IK C 5dB 400ms
1515-1615 OE5MPL NC nur 1 Ping mit 4dB 160ms (Anruf), danach NIL
1650-1814 S59F C 3dB 140ms (fast 1,5 Std!)
1813-1925 DL0UL C 9dB 2500 ms !!!
1925-2021 PA0BAT C 8dB 1580 ms !!
2005-2038 DL4DWA C 5dB 240 ms
2046-2112 DL1GGT C 10dB 1560 ms !!
2120-2219 DC9YC C* 6dB 600ms *nicht ganz sicher
2219-2252 DG6JF/P NC 4dB 320ms 

9.2.2003
UTC Call C/NC max. Burst (Ping)
----------------------------------------
0800-0844 DM7FB NC 3dB 100ms
0844-0945 G4ZTR NC nur 1 ufb Anruf-Burst ohne RST
1000-1055 DL8BDU C 7dB 300ms
1058-1124 DG6JF/P NC 3dB 160ms (2.Versuch)
1124-1205 G0GMS NC 8dB 400ms
1318-1338 DC9YC NC 6dB nur insgesamt 3 Pings
1400-1500 DK5WO NC 1dB 100ms (Er hat 100 Watt und 10-Element-Yagi)
1607-1637 DL2OM C 10dB 2150 ms !!!!, davon in den ersten 5 Perioden jede Menge, danach normale 6dB
1716-1750 DG6JF/P NC 2dB, 100ms (der kpl. Anruf, aber leider 3.vergeblicher Versuch, sorry!)
1810-1825 I5YDI C 6dB, 360ms
ca.1900-1930? GW3LEW NIL (Zeit nicht eingetragen ins Log)
ca.1930-2100 CQ NIL

Sked mit EA5/DJ4UF?

Benötigen Sie noch ein Großfeld in Spanien oder Südfrankreich? Wir werden ab Frühjahr 2003 auf unseren Reisen nach Norden und zurück nach Süden verschiedene Großfelder aktivieren können. Schreiben Sie mir, wenn Sie in WSJT QRV sind und gern einen Sked mit mir machen möchten. Ich kann auch unterwegs kurze Text-E-Mails über Winlink (Pactor-II-Gateway) empfangen. Unser Winterquartier liegt in JM08br, 60 km nördlich von Alicante.

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