Webmaster: Eckart K. W. Moltrecht

UHF-Antennen
selbst gebaut

Eckart K. W. Moltrecht
DJ4UF

 Wir bauen eine Antenne für das 70-cm-Band

Zum Abschnitt   Eine Groundplane

Zum Abschnitt   Eine HB9CV-Antenne

Zum Abschnitt   Eine gestockte Vertikalantenne

 

Im Jahr 1999 habe ich am Berufskolleg für Technik und Gestaltung der Stadt Aachen einen Lehrgang für das Amateurfunk-Zeugnis Klasse 3 durchgeführt. Alle 14 Teilnehmer (Schüler) haben die Prüfung direkt beim ersten Mal bestanden. Anschließend hat jeder der Schüler im Rahmen einer freiwilligen Arbeitsgemeinschaft der Schule den Packet Radio Transceiver T7F und ein Modem dazu aufgebaut. Nun fehlte nur noch eine Antenne.

Die Groundplane für 2 m

Bild 1: Die Groundplane für 2 m

Die HB9CV für 2 m

Bild 2: Die HB9CV für 2 m

 

Im Amateurfunk-Lehrgang Moltrecht, Teil 2 Funktechnik (www.vth.de), fanden wir Aufbauhinweise für eine Groundplane-Antenne und für eine HB9CV-Antenne, allerdings für das 2-m-Band. Der Vorschlag, die Maße einfach für das 70-cm-Band umzurechnen wurde aufgegriffen. Da die Antennenlänge proportional der Wellenlänge ist, muss die Länge umgekehrt proportional der Frequenz sein.

Es wurde angenommen, dass die Maße der Antennen für die Mitte des 2-m-Bandes (145 MHz) angegeben sind und wir die Antennen für die Mitte des 70-cm-Bandes haben wollten (435 MHz), ergibt sich ein Verhältnis von

formel.gif (2245 Byte).

Also braucht man alle Maße aus Bild 1 oder Bild 2 einfach nur durch drei zu teilen, da die Frequenz genau dreimal so hoch ist.

Nach diesem Prinzip hat Martin, DB1MC, eine Groundplane-Antenne aufgebaut, wie man sie im Bild 3 und Bild 4 sehen kann. Martin hat 4 Kupferstäbe (aus 10 mm2 Kupferdraht gewonnen) an eine BNC-Buchse gelötet und diese zirka 45 Grad nach unten gebogen. Als Antenne hat er den Oberteil einer ausziehbaren Antenne verwendet. Um diese verchromte Antenne mit der Buchse zu verbinden, hat er den Innenteil einer Lüsterklemme verwendet, die eine Seite dieser Lüsterklemme an die BNC-Buchse gelötet und die Antenne an der anderen Seite mit der Schraube der Lüsterklemme festgeschraubt. Durch verändern der Länge dieses Antennenstabes kann Martin die Antenne abstimmen. Er hat die Antenne mit einem SWR-Meter durchgemessen und sich Marken gemacht für 432 MHz (Bandanfang), 435 MHz (Bandmitte) und 438 MHz (Bandende). Es konnte bei der optimalen Frequenz ein SWR von 1,0 erreicht werden.

 Die Groundplane-Antenne für das 70-cm-Band

Bild 3: Die Groundplane-Antenne für das 70-cm-Band

 

Die auf einer BNC-Buchse aufgebaute Groundplane-Antenne

Bild 4: Die auf einer BNC-Buchse aufgebaute Groundplane-Antenne

Sebastian, DO4SB und Mario, DO1SAM haben sich die HB9CV-Antenne aus dem Amateurfunk-Lehrgang vorgenommen. Diese Antenne soll einen Gewinn haben wie eine Vier-Element-Yagi von zirka 6 Dezibel. Auch er hat einfach die für 2 Meter angegebenen Maße durch drei geteilt und aus Zehnquadrat Kupferdraht die HB9CV zusammen gelötet. Zum Löten hat er zwei Lötkolben mit dicker Spitze gleichzeitig verwendet, weil der Kupferdraht die Wärme sehr schnell auf dem gesamten Draht verteilt und die Lötstelle nicht warm genug wird (Bild 5).

Das Besondere an dieser Antenne ist der abstimmbare Kondensator. Anstatt eines Trimmers hat Sebastian die Idee von Eckart, DJ4UF, aufgenommen und Flachbandkabel als Kondensator verwendet (siehe Bild 6!). Er hat ein Stück von 15 Zentimetern genommen und dieses in Reihenschaltung zum Mittelanschluss gelötet. Dies bedeutet, dass man ein Ende vom Flachbandkabel an die Zuleitung (Seele) vom Koaxkabel anlötet und die andere Seite an die Leitung zur HB9CV.

Anschließend mit einem SWR-Meter durch stückweises Abschneiden die Antenne abgeglichen. Es konnte ein SWR von 1,2 erreicht werden. Für den Funkbetrieb wurde die Antenne einfach mit Klebeband an einen trockenen Holzstab befestigt und dieser Stab in einen Blumenkasten gesteckt. Das Koaxkabel sollte senkrecht von der Antenne weggeführt werden. Wenn das Kabel zu nah an eines der Elemente kommt, verstimmt die Antenne.

 Die HB9CV-Antenne für das 70-cm-Band   
Bild 5: Die HB9CV-Antenne für das 70-cm-Band

 Flachbandkabel als Kondensator
Bild 6: Flachbandkabel als Kondensator

Im Amateurfunk-Lehrgang Teil 2 (Funktechnik) findet man noch eine einfach zu bauende aber sehr wirksame Kollinearantenne, die aus mehreren Kabelstücken zusammen gelötet ist. Sie hat wegen ihrer vertikalen Stockung eine Bündelung und dadurch eine sehr flache Abstrahlung und einen Gewinn von ungefähr 6 dB bei Verwendung von acht Koaxialstücken beziehungsweise 9 dB bei 16 Stücken.

 

Gestockte Vertikalantenne aus Koaxialstücken

Bild 7: Gestockte Vertikalantenne aus Koaxialstücken für das 2-m-Band 
(erste Maßangaben) oder für das 70-cm-Band (zweite Maßangaben)

Die 8 Kabelstücke in der Mitte werden immer abwechseln Seele - Mantel verbunden. Es wurde der Einfachheit halber nur ein Kabelstück gezeichnet. In Wirklichkeit sind es dort also acht oder sogar 16, wenn Sie wollen.

Der im unteren Bereich von Bild 7 dick gezeichnete Kurzschlussbügel dient als Gammamatch zur Anpassung. Einfach einen dicken Draht außen am Mantel anlöten (lambda/4 von oben).

Als Wetterschutz kann ein Kunststoffrohr (z.B. alter Surfmast) dienen.

 

© Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF, Juli 2000

 

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