Geocaching - wie geht das?

Immer häufiger werden auch im Amateurfunk als "Weiterbildung" Einführungen in Geocaching angeboten. Ganz besonders eignet sich dies auch für einen "Tag der Offenen Tür" insbesondere für Kinder und Jugendliche.

Einleitung


Geocaching Garmin Oregon 300 Bild 1: Mein GPS-Empfänger Garmin Oregon 300

Der Begriff Geocaching kommt von "geo" (Erde) und englisch "cache" (geheimes Lager) [gesprochen käsch]. Man sucht im Gelände versteckte Behälter, die mindestens ein Logbuch enthalten, mit Hilfe eines GPS-Gerätes. In Deutschland sagt man auch „elektronische Schnitzeljagd“ oder „GPS-Schatzsuche“ dazu. Ein Geocache ist in der Regel ein wasserdichter Behälter, in dem sich ein Logbuch sowie verschiedene Tauschgegenstände befinden. Jeder Besucher trägt sich in das Logbuch ein, um seine erfolgreiche Suche zu dokumentieren. Anschließend wird der Geocache wieder an der Stelle versteckt, an der er zuvor gefunden wurde. Der Fund wird im Internet auf der zugehörigen Seite vermerkt und gegebenenfalls durch Fotos ergänzt. So können auch andere Personen – insbesondere der Verstecker oder Eigentümer ("owner") – die Geschehnisse rund um den Geocache verfolgen.
 screenshot geocaching.com
Bild 2: Website von Geocaching.com


Mitmachen beim Geocaching

Laut der Datenbank des weltgrößten Geocache-Verzeichnisses Geocaching.com existieren heute weltweit insgesamt über 1.200.000 aktive Caches (Stand: Oktober 2010), davon befinden sich über 152.000 in Deutschland, knapp 11.000 in der Schweiz, über 15.000 in Österreich und Tausende hier in Spanien, davon die meisten an der Costa Blanca. In den USA befinden sich mit etwa 522.000 die meisten Caches (Stand: August 2010).

 screenshot Eckart Moltrecht
Bild 3: Geocaches an der Costa Blanca bei EA5/DJ4UF

Um die Koordinaten eines in der Nähe befindlichen Caches ausfindig zu machen, muss man sich zuerst (kostenlos) auf der englischsprachigen Seite bei geocaching.com registrieren. Es gibt auch eine rein deutschsprachige Seite (geocaching.de). Dort wird das Prinzip von Geocaching ausführlich erläutert und es gibt auch eine Deutschlandkarte, in der die meisten der "offiziellen" Geocaches eingetragen sind, aber um z.B. die Koordinaten direkt auf ein Garmin-GPS Empfänger laden zu können, muss man auf die Seite von geocaching.com gehen.

Geocache suchen

Beginne damit, in der Rubrik "Seek & Hide" (Suchen und Verstecken) den derzeitigen Standort (Stadt mit Vorort oder Postleitzahl oder Koordinaten) einzugeben, zum Beispiel „Aachen-Lichtenbusch“ oder „Cumbre del Sol Spain“ und nach kurzer Zeit siehst du eine Liste mit den Namen der nächst gelegenen Caches und einer Entfernungsangabe vom Ortszentrum. Nun kannst du auf den Namen der einzelnen Caches klicken und dir die meist ausführlichen Beschreibungen ansehen. Wenn du nun einen Cache gefunden hast, den du gern einmal suchen möchtest, klicke auf "Send to GPS" und sofern dein Garmin-Gerät mit dem Computer verbunden ist, werden die Daten auf das GPS geschrieben (write-Befehl). Später findest du die Namen dieser Caches in einer Liste auf dem Garmin, wenn du dort auf Geocaching (suchen) klickst.

Du siehst dann auf deiner Karte im Garmin, wo dieser Cache etwa liegt (Bild 1) und es wird dir die Luftlinienentfernung und die Kompassrichtung angezeigt. Nun kannst du dich zunächst, wenn du willst, mit dem Auto oder Fahrrad in die Nähe begeben und wirst dann die letzten 100 oder 300 m zu Fuß dem Zeiger und der Entfernungsangabe des Garmin zum Ziel folgen. Ab 20 m fängst du an, nicht nur auf das Gerät zu schauen, sondern beobachtest auch die Umgebung nach "verdächtig" aussehenden Verstecken (Bild 5).

Hast du den Behälter gefunden, schaust du dich bitte um, ob du eventuell beobachtet wirst. Es wäre nicht gut, wenn ein Unbeteiligter (beim Geocaching "Muggles" genannt - Siehe Bild 7) später diesen Behälter vielleicht mitnimmt. Dann trägst du dich mit Datum und deinem Geocaching-User-Namen in das Logbuch ein und tauschst vielleicht noch einen Gegenstand (Bild 4), verschließt den Behälter wieder sorgfältig und versteckst ihn wieder an gleicher Stelle so, dass er von Unbeteiligten nicht zufällig gefunden werden kann. Zuhause meldest du dann den Fund möglichst bald bei geocaching.com.

Der Cache

Bei einem Cache handelt es sich zumeist um einen festen, wasserdicht verschließbaren Behälter, der somit den Inhalt vor Witterungs- und anderen Einflüssen schützen kann. Der Behälter selbst kann unterschiedliche Formen haben, von einer kleinen Filmdose über eine einfache Frischhaltedose aus Plastik bis hin zur Munitionskiste aus Stahl oder gar einem versteckten Tresor, dessen Kombination erst herausgefunden werden muss. Oft wird die Größe des Behälters durch den Ort des Verstecks bestimmt. Für die Cachebehälter hat sich folgende Größeneinteilung etabliert:
Nano: Winziger Cache-Behälter, Durchmesser meist unter 1 cm, der lediglich einen kleinen Zettel als Logbuch enthält. Oft magnetisch, damit er an Denkmälern oder ähnlichem unauffällig versteckt werden kann.
Micro oder Mini: Sehr kleine Cache-Behälter, die oft nur einen Zettel und Stift enthalten. Oft werden Filmdosen oder Preforms ("PETlinge") verwendet.
Small: Kleine Behälter, die neben einem Logbuch noch Platz für kleinere Gegenstände bieten.
Regular: Die eigentliche Standard-Größe eines Caches, der Platz für mehrere Travelbugs oder Gegenstände bietet. Behälter dieser Größe können von einem Liter bis zu mehreren Litern Inhalt fassen.
Large: Große Behälter, die ein Maximum an Platz bieten und somit außergewöhnliche Tauschobjekte fassen können.


 Geocaching Costa Blanca
Bild 4: Typischer Cache-Inhalt (Regular Box)


Der Cachebehälter enthält neben dem Logbuch zumeist Tauschgegenstände. Wurde ein Cache gefunden, kann der Finder einen oder mehrere der enthaltenen Gegenstände entnehmen und zum Tausch etwas anderes dafür hinterlegen. Dieser Tauschhandel (Trading) wird dann im Logbuch und auf der zugehörigen Internetseite vermerkt. Es besteht kein Zwang zum Tauschen; bei manchen Caches (beispielsweise Micro-Caches) besteht aus Platzgründen auch gar keine Möglichkeit. Allerdings gilt beim Tauschen immer der Grundsatz: Die entnommenen und eingebrachten Gegenstände sollen in einem gesunden Wertverhältnis stehen.

Cache verstecken

Wenn du bereits etliche Geocaches gefunden und damit etwas Erfahrung gesammelt hast, kannst du auch einen "eigenen" Cache anfertigen (also einen wasserdichten Behälter mit Logbuch und Stift sowie einigen "Mitbringseln" füllen und ihn mit den Worten "Official Geocache" und dem Cache-Namen beschriften) und ihn an einer Stelle verstecken, die nicht sehr weit von deinem Wohnort entfernt liegt. Dann misst du die Koordinaten mit deinem GPS (achte darauf, dass du sehr guten Empfang hast und nicht unter dichten Bäumen stehst) und meldest deinen Cache dann anschließend bei Geocaching.com an.

 Geocaching Costa Blanca
Bild 5: Ein typisches Versteck unter einem Stein

Dieser Cache wird dann im Laufe der nächsten 14 Tage (oder so) von einem beauftragten Vertreter von Geocaching.com aufgesucht und dann freigeschaltet. Er bekommt eine GC-Nummer und wird ab dann im Internet für andere Sucher zu finden sein. Du bekommst anschließend die Rückmeldungen, wenn dein Cache wieder einmal gefunden und dies bei Geocaching.com gemeldet wurde. Sollte mal etwas mit dem Cache "passiert" sein, solltest du umgehend für "Reparatur" sorgen.

Ich habe übrigens in Deutschland zwei eigene Caches, einer liegt in der Nähe vom Hebscheider Hof, wo man Bio-Produkte direkt vom Erzeuger kaufen kann und der andere in der Nähe vom "Ersten Aachener Milch-Automaten", wo man frische (gekühlte) Milch direkt am Bauernhof wie bei einer Tankstelle aus dem Automaten zapfen kann. Vergesst nicht, ein Trink- oder Transport-Gefäß mitzunehmen! Der erste Cache heißt "Wasserburg" (Bild 6), weil der Biohof in einem Gebäude einer echten Wasserburg ist und den zweiten habe ich "Milchtankstelle" (Bild 7) genannt. Schaut mal rein bei Geocaching.com und gebt als Suchort Aachen-Lichtenbusch oder 52076 als Postleitzahl ein.

 Geocaching
Bild 7: Ein Geocache sollte den Besucher immer zu einem „irgendwie interessanten“ Ort führen. Hier „Erster Aachener Milchautomat“

Hier in Spanien habe ich keinen eigenen Cache, bin aber dabei, mit Freunden, die immer hier wohnen, einige zu verstecken. Man muss seinen Cache eigentlich immer kurzfristig mal erreichen können, um entweder das Logbuch zu erneuern oder bei einem "Verlust" diesen schnell zu erneuern.

 Geocaching Costa Blanca
Bild 8: Hier an der Costa Blanca wird man durch Geocaching häufig an sehr interessante Orte geleitet. Höhle bei Senija.


Bei Wikipedia findest du eine sehr ausführliche Beschreibung von Geocaching unter http://de.wikipedia.org/wiki/Geocaching#

Eckart Moltrecht, DJ4UF