Wir basteln eine Dummyload


Zum Abgleich von Sendern oder auch zur Kalibrierung des selbst gebauten SWR-Meters benötigt man einen für Hochfrequenz geeigneten 50-Ohm-Messwiderstand großer Leistung.

Im Prinzip ist eine künstliche Antenne ein für Hochfrequenz und hohe Leistung geeigneter Widerstand. Er soll geringe Eigenkapazitäten und vor allem eine geringe Eigeninduktivität haben. Lastwiderstände aus gewickelten Drahtwiderständen sind vollkommen ungeeignet. Gut geeignet sind zusammengeschaltete Schichtwiderstände.

Zeichnung: Eckart Moltrecht

Kaffeedosen-Dummy-Load nach DJ1LD

Man baut die gewünschte HF-Buchse in den Boden einer Kaffeedose ein und schaltet entsprechend nebenstehendem Bild mit Hilfe von Zwischenringen aus blankem Draht lauter 1/2-Watt-Widerstände in einer Ebene parallel. Die einzelnen Ebenen sind in Serie geschaltet, so dass sich ein Widerstand von genau 50 Ohm ergibt. Die Ringe sollten nach unten im Durchmesser zunehmen, wenn die Dummy Load auch im UHF-Bereich noch 50 ? betragen soll. Der letzte Ring wird mit dem Rand der Kaffeedose verlötet. Werden oben Löcher in den früheren Boden der Kaffeedose gebohrt und die Dose auf Füße gestellt, ergibt sich durch Kaminwirkung eine gute Kühlung der Widerstände. Diese Dummy Load kann kurzzeitig mit bis zu 180 Watt belastet werden.

Hier sollen nun kleine Dummyloads für geringe Leistungen beschrieben.

Bild 1      Bild 2  

Eine Dummy Load nach DJ4UF für Kurzwelle bis 70 Zentimeter

Wichtig für eine gute Dummy Load für hohe Frequenzen ist, dass möglichst geringe Induktivitäten oder Kapazitäten auftreten. Induktivitäten entstehen durch gewickelte Drahtwiderstände und lange Anschlussdrähte und Kapazitäten durch große Flächen. Deshalb verwende ich bei dieser Dummy Load einfache 1-Watt- Schichtwiderstände, die ich bei einer Weihnachtsfeier als Geschenkpackung erhalten hatte. Es sind alles Widerstände von 330 Ohm. Um auf einen Widerstandswert von 50 Ohm zu kommen, muss man (330/50=6,6) sechs bis sieben Widerstände parallel schalten. Ein Nachmessen ergab, dass die Widerstände alle etwa 310 Ohm hatten. Also genügen sechs Widerstände. Bei 6 Widerständen in Parallelschaltung kann man die Dummy Load mit sechs Watt Dauerleistung belasten. Das genügt für unsere Packet Radio-Station.

  Bild 3
  Bild 3

Bild 4
Bild 4

Bild 5
Bild 5

Bild 6
Bild 6

 In den Bildern 1 bis 3 erkennt man den Aufbau. Man lötet die Widerstände so kurz wie möglich einfach an einen passenden Stecker an. Anstatt Stecker eignet sich unter Umständen ein Adapter besser, wie ich ihn für einen N-Stecker (Bild 1) gefunden habe. Man kann die Widerstände in das Loch der PL-Seite hinein stecken und dort einlöten. Die andere Seite lötet man direkt an die Außenseite des Steckers.

Um zu einer höheren Leistung zu kommen, muss man mehr Widerstände verwenden, die aber alle gleichmäßig belastet werden. Mit meinen 300-Ohm-Widerständen mache ich folgenden „Trick“. Ich schalte jeweils zwei Widerstände in Reihe, um den Widerstandswert auf 600 Ohm zu erhöhen und schalte von diesen Reihenschaltungen (600/50=12) zwölf Stück parallel (Bilder 4 und Bild 5).

Ein Nachmessen mit einem kommerziellen SWR-Meter ergab allerdings, dass diese Dummy Load auf Zweimeter noch zu gebrauchen war, aber auf 70-Zentimeter schon ein SWR von 1,7 zeigte – zu viel für einen Messwiderstand. Allerdings ließ sich diese Dummy Load auf Kurzwelle kurzzeitig – wenige Sekunden – sogar bis 100 Watt belasten (Bild 6). Die Ausführung mit sechs Widerständen ist für das 70-Zentimeter-Band sehr gut geeignet. Das gemessene SWR betrug 1,1.


© Eckart K. W. Moltrecht, DJ4UF