Die Seite für Segler

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Einleitung

Foto: Eckart MoltrechtImmer mehr Freizeitbootsfahrer, insbesondere Segler auf großer Fahrt, entwickeln ein starkes Interesse am Erwerb eines Amateurfunk- zeugnisses. Dies ist nicht zuletzt den Veröffent- lichungen in Segel- zeitschriften und Büchern, sondern auch dem bekannten Weltumsegler Bobby Schenk zu verdanken.

Der Amateurfunkdienst und der Seefunkdienst haben aber grundsätzlich gar nichts miteinander zu tun. Insbesondere sind die zugelassenen Frequenzbereiche nicht miteinander kompatibel, so dass es weder möglich noch zulässig ist, dass ein Funkgespräch zwischen einer Amateurfunkstelle mit einer See- oder Küstenfunkstelle stattfindet. Das bedeutet auch, dass nachgewiesene Kenntnisse von Prüfungen der beiden Dienste nicht anerkannt werden. Dies ist verständlich, da beide Dienste eine völlig andere Motivation haben. Der Amateurfunkdienst ist Personen offen, die sich aus persönlicher Neigung und wissenschaftlichem Interesse mit Funktechnik beschäftigen, während der Seefunkdienst einen kommerziellen und sicherheitsrelevanten Charakter hat.

Für eine Yacht auf großer Fahrt steht es im Vordergrund Kontakt zum Festland zu haben und zu halten. Insbesondere kann durch regelmäßige Bekanntgabe der Position und folgendem Ausbleiben, von einer Person an Land ggf. eine Suchmeldung in Auftrag gegeben werden, wenn Hinweise vorliegen, dass ein Notfall eingetreten ist. Weiterhin ist es möglich auch die Amateurfunkstelle auf See für Notrufe zu verwenden. Somit stehen einem auf See zwei getrennte, voneinander unabhängige Funkstellen und Funkdienste für Notrufe zur Verfügung, Seefunkdienst und Amateurfunkdienst.

Nicht zu vergessen ist die Nutzung des Amateurfunks als Informationsquelle und zur Verbesserung der Lebensqualität. Ob Wetternachrichten und Bilder, E-Mails und Briefe von zuhause oder das tägliche Gespräch mit Gleichgesinnten, die sich auf der selben Route befinden, wie man selbst; alles wird durch eine Amateurfunkstelle an Bord möglich.

Um am Amateurfunkdienst teilnehmen zu können, benötigen Sie das Amateurfunk- zeugnis. Die Prüfung zum Amateurfunkzeugnis wird von der Behörde Bundesnetzagentur vorgenommen. Prüfungen finden in den Außenstellen der Bundesnetzagentur  in verschiedenen Städten mehrmals im Jahr statt. 

Es gibt derzeit zwei Klassen zum Amateurfunkzeugnis. Die Einsteigerklasse E verlangt nicht so viel Kenntnis in Technik. Dafür sind aber die erlaubten Kurzwellenfrequenzen ziemlich eingeschränkt. Als Segler benötigen Sie aber die weiteren Kurzwellenbänder, vor allem das 20-m-Band (14 MHz). Dafür benötigen Sie das Amateurfunkzeugnis Klasse A, das mit sehr Anforderungen an Kenntnisse aus dem technischen Bereich verbunden ist. Allerdings ist mit gutem Willen und mit ein wenig Verständnis für mathematische, physikalische Vorgänge auch diese Hürde zu nehmen. 

Bevor Sie sich entschließen, diese Bürde auf sich zu nehmen, sollten Sie bitte das Buch "Amateurfunk an Bord" von Rüdiger Hirche lesen, das in folgendem Abschnitt etwas genauer besprochen wird. 

Wenn Sie danach Willens sind, das Amateurfunkzeugnis zu erwerben, empfehle ich Ihnen folgende Vorgehensweise. Sie nehmen zunächst an einem Lehrgang für das Amateurfunkzeugnis Klasse E teil. Dieser beinhaltet
1. grundlegende Theorie aus dem Bereich der Nachrichtentechnik,
2. Betriebstechnik und
3. Vorschriften.
Machen Sie die Prüfung Klasse E. Danach nehmen Sie an dem "Upgrade"-Lehrgang Klasse A (nur Technik) teil, denn die Betriebstechnik und die Kenntnis von Vorschriften werden Ihnen aus dem Amateurfunkzeugnis Klasse E bereits angerechnet.

Besonders die Theorie zur Nachrichtentechnik ist nicht einfach zu lernen. Aber bedenken Sie, dass das Amateurfunkzeugnis dazu berechtigt, seine Amateurfunkanlage komplett selbst bauen zu dürfen. Die Lehrgänge sind allerdings so aufgebaut, dass Schritt für Schritt in die Theorie eingeführt wird. Sie sollten diese technischen Grundlagen so weit verstehen lernen, dass Sie bei den Prüfungsfragenvon jeweils vier vorgegebenen Antworten die richtige auswählen können.

Wenn Sie dazu bereit sind, empfehle ich Ihnen die Teilnahme an dem für Mitglieder kostenlosen Fernlehrgang (E-Mail-Lernbriefe)des Deutschen Amateur Radio Clubs (DARC) teilzunehmen. Dieser kann jederzeit begonnen und nach eigenen Vorstellungen zeitlich durchgeführt werden. Sie benötigen dazu für Klasse E zirka 20 Wochen (eine Lektion pro Woche) und nochmals 20 Wochen für das Upgrade auf Klasse A. Weitere Infos: Klicken Sie oben im Menü auf "Fernlehrgang".


Buchempfehlung

Amateurfunk an Bord von Rüdiger Hirche

Buch-Beschreibung: Die Vorteile des Amateurfunks haben sich unter Fahrtenseglern und Weltumseglern längst herumgesprochen. Nicht nur, weil Kurzwellenfunk die weltweite Sprechfunkverbindung der Yachten untereinander oder mit Stationen an Land ermöglicht. Über Kurzwelle hat der Segler heute Zugang zu vielfältigen Wetterinformationen. Eine besondereBetriebsart ermöglicht sogar das Empfangen und Versenden von E-Mails. Für den Laien aber stellen Installation und Bedienung der technischenAusrüstung eine schwer zu überwindende Hürde dar. Denn hier wird nichteinfach ein Gerät an die Steckdose angeschlossen, das auf Knopfdruck funktioniert. Ein ganzes System aus Antenne, Funkgerät und Erdanschluss will fachgerecht installiert und bedient werden.Das Buch Amateurfunk an Bord erklärt detailliert die Installation von Antenne, Tuner und Erdsystem an Bord einer Yacht und stellt die wichtigsten am Markt erhältlichen Geräte vor. Praxisnah und anschaulich wird der Funkbetrieb an Bord beschrieben: die korrekte Abwicklung des Amateurfunkverkehrs im Sprechfunk, das Senden und Empfangen von E-Mails sowie der Empfang von Wetter-Fax und Wetter-Fernschreiben. Eine Darstellung der gesetzlichen Grundlagen des Amateurfunks und Hinweise zur Prüfungsvorbereitung runden das Buch ab.

2006, 140 Seiten, mit zahlreichen farbigen Abbildungen, Maße: 21 cm, Kartoniert (TB), Deutsch, Delius Klasing, 12,80 €, ISBN-10: 3768818462, ISBN-13: 9783768818469

 
Dazu schreibt ein Rezensient:

Seit langem das Beste, was ich in diesem Bereich gelesen habe, wenn es überhaupt ein vergleichbares Werk bislang gegeben hat, was ich bezweifele, jedenfalls noch nicht entdeckt habe. Gerade in der exotischen Materie Amateurfunk ist allgemeinverständliche Einführungsliteratur, die nicht Neulinge abschreckt, selten. Der Autor versteht es, Interesse zu wecken. In einfachen Worten bringt er das auf den Punkt, was für den segelnden Amateurfunkinteressierten wissenswert ist. Geschickt weckt er die Neugier und den Willen sich an die Amateurfunkprüfung heranzutrauen.

Kurz und knapp - sehr empfehlenswert! Würde gerne den Autor mal kennenlernen.


Link zur Buchbestellung (portofrei)

 

Antenne für Segler

Aus dem Internet (Zitat von Holger ... ?)
hier ein paar infos zum antennenproblem an bord. während der ham 2004 (funkamateurmesse in friedrichshafen, bodensee) habe ich mit ein paar funkamateuren über antennen auf segelbooten gesprochen. hier die meinungen:

1. das achterstag ist nicht gut, wenn die einspeisung des signals unten erfolgt. besser ist es, die speiseleitung den mast hoch zu führen und oben einzuspeisen.

2. gute erdung ist wichtig. bei metallschiffen stellt der rumpf die erdung dar. hier gibt es keine probleme. bei kuststoffschiffen ist ohne gute erdung kein ordentlicher funkbetrieb möglich. ein vorschlag zur erdung war die propellerwelle mit schleifkontakt zur leitfähigen übertragung.

3. bessere lösung als achterstag wäre zusätzlich isoliertes vorstag. einspeisung in beide stagen im masttop. diese antenne wäre dann ein inverted v-dipol. durch die symmetrische einspeisung wäre die erdung dann hinfällig.

4. die besten isolatoren wären nach wie vor die bekannten isoliereier aus porzellan. da sie auf druck beansprucht werden sind sie weniger bruchanfällig. sollte es zum bruch kommen halten die beiden seilschlingen das stag funktionsfähig. 

5. günstig wären getrennte isolierte antennenstage. dann brauchen die normalen stage nicht extra isoliert werden.

6. alternativ sind stabantennen, z. b.auf gfk rohr, mindestens 6 m lang, auf achterem antennenträger günstiger als nur das isolierte achterstag. allerdings hier wieder gute erdung nötig.

7. in jedem fall ist ein antennentuner nötig.

soweit die info. die ham-messe ist immer wieder ein erlebnis: kein streß trotz drängender enge, jeder ist rücksichtsvoll und redet mit jedem als wenn man sich schon seit jahren kennt. man hilft sich gegenseitig mit informationen, das fachpersonal ist weitgehend kompetent. kurzum: so kann eine messe auch sein!
ich selbst habe mir für den geplanten bordbetrieb einen kleinen kw-transceiver gekauft. kaum größer als autoradio mit relativ kleiner, batterieschonender sendeleistung von 10 watt und eingebautem antennentuner, aber den funktionen eines vollwertigen gerätes. typ icom ic 703. dazu eine transportable allband-dipolantenne. in den nächsten monaten werde ich mal die ausrüstung mobil im garten ausprobieren und darüber berichten.

holger



Wetter auf Kurzwelle (Amateurfunk)

Frequenz: 14.313 kHz
 
08:15 UTC Intermar-Net DJ3CD
09:00 UTC Der Seelotse DH2LC
16:30 UTC Intermar-Net verschiedene OPs

Infos dazu im Internet:
http://www.Intermar-eV.de
                           
http://www.seelotse.com/   bzw 14313.de



E-Mails über Kurzwelle (Amateurfunk)

Für Segler und Mobilisten ist es sehr interessant, auch E-Mails über Kurzwelle absetzen zu können. Über das System Winlink ist es möglich, kurze Textdateien nicht nur von Funkamateur zu Funkamateur zu schicken, sondern auch an Familienangehörige oder Freunde. Es darf sich dabei allerdings nur um kurze persönliche Mitteilungen und nicht etwa um geschäftliche Dinge handeln. In dem Bericht wird erläutert, welche Stationseinrichtung und welche Software man dazu benötigt und wie man die Software installiert und bedient.