Die EME-Antenne






Von Meteorscatter zu EME

Von 2001 bis 2004 hatte ich von meinem "Winter- QTH" in Spanien (JM08BR) aus mit einer 9-Element-Yagi Meteorscatter gemacht. Leider sind die Bedingungen für Meteor- scatter gerade in den Wintermonaten ziemlich schlecht und nur wenige Stationen sind erreichbar. Mit dem Programm WSJT kann man aber nicht nur Meteorscatter sondern auch "relativ einfach" EME machen. Allerdings ist eine 9-Element- Antenne doch etwas zu klein dafür. Man benötigt für JT65 (WSJT-Programm) mindestens eine 17- Element- Antenne und 300 Watt, wenn man wenigstens die "großen" Stationen mit vier solcher Antennen erreichen will.

Als wir dann in Weinheim bei der UKW-Tagung waren, sprach ich mit Bernd, DH3VE aus dem Saarland darüber, welche "kleinste" Antenne er mir denn für EME in der Betriebsart JT65 empfehlen würde. Wie es der Zufall will, zieht er nächstes Jahr nach Neuseeland um und verkauft seine komplette Station einschließlich Antennen. Er bot mir seine 4x7-Element-Antenne an, selbst gebaut mit Dipolen von Tonna. Die Ausmaße von 2 x 2 x 2 Meter sind genau richtig für mich auf dem Garagendach in Spanien. Und so sagte ich zu, mir diese Antenne "nächste Woche" auf dem Weg nach Spanien abzuholen.

Dies taten wir. Die Antenne mit allen Boomteilen sowie neuen Anschlusskabeln und Anpasstopf passte noch in den Chevy, obwohl nun der Schlafplatz noch geringer wurde, da wir auch andere Geräte und eine neue Markise eingepackt hatten. Egal! Es hat gut geklappt und wenige Tage nach der Ankunft in Benitatxell hatte ich die Antenne auch schon aufgebaut. Sie wirkt ganz "niedlich" auf dem 6 x 6 m großen Dach des Unterstellplatzes.

Natürlich wollte ich die Antenne direkt ausprobieren. Am 8.Oktober hatte ich die letzte Steuerleitung für die Rotoren verlegt und die Richtungen ausgepeilt, als ich mich des Abends im Cluster meldete und fragte, ob jemand mit mir mal EME testen würde. Man ließ sich nicht lange bitten und nach einigen Experimenten waren zwei QSOs über den Mond erfolgreich (Siehe Tabelle). Am nächsten Tag meldete ich mich im Chat von ON4KST im Internet, kündigte an, dass ich auf 144.127 MHz nun von JM08 CQ rufen würde und dann hatte ich praktisch ein richtiges Pile-Up erzeugt (Siehe Tabelle 9.10.). Es geht wirklich mit "nur vier kleinen" Antennen von je 7 Elementen und 500 Watt Leistung. In der Betriebsart CW waren mindestens vier Langyagis mit 15 oder 17 Elementen nötig und möglichst mehr als 1 kW Senderleistung.

Nun konnte ich also bei schlechten Meteorscatter-Bedingungen auf EME ausweichen und den Locator JM08 sogar "weltweit" verteilen. Nach USA ging es allerdings von meiner Seite recht schwierig, weil der Berg, an dessen Hang wir wohnen, auf der Westseite noch weitere 150 m steil ansteigt. Der Mond muss noch mindestens 30 Grad hoch stehen, damit er nicht hinter dem Berg verschwindet. Bei dieser Steilheit aber kommen die Reflexionen nicht weit. Dennoch habe ich von hier aus meinen ersten Amerikaner gearbeitet.

Inzwischen sind ein paar Jahre vergangen und seit 2011 ist "nicht mehr viel los" auf VHF und UHF. Nur die "altbekannten" Stationen hört man noch. Deshalb habe ich diese Antennengruppe herunter genommen und gegen einen Kurzwellenbeam (Hexbeam) ersetzt.

Aufbau der Antenne

Bild 1: Aufbau der EME-Antenne auf dem Flachdach der Garage: Als Mastfuß wurde ein Ständer eines großen Sonnenschirms verwendet und der Fuß mit Betonsteinen beschwert, wie man es bei Kränen macht.

Bild 2: Ausrichtung der Antennen
Bild 2: Ausrichtung der Antennen 

Sowohl der Mastfuß als auch danach die Elemente des H-Trägers und die einzelnen Boomrohre wurden mit einer Wasserwaage ausgerichtet. Für die horizontalen Elemente konnte der Hintergrund (Meereshorizont) auch sehr gut verwendet werden.


Bild 3: Die Kabelführung
Bild 3: Die Kabelführung

Mit dem Vertikalsteuergerät auf dem Dach wurde ausprobiert, ob die vielen Kabel beim Drehen der Antenne in vertikaler Richtung nicht irgendwo hängen bleiben.

Bild 4: Korrektur der Anzeige am Steuergerät
Bild 4: Korrektur der Anzeige am Steuergerät

Am Abend habe ich die Antenne genau auf den Mond ausgerichtet und die Anzeige im Programm mit der Anzeige auf dem Steuergerät verglichen. Es gab doch ein paar Abweichungen in der Linearität der Anzeige. Durch Aufkleben einer Papierskala konnte die Skala neu kalibriert werden.




Diese Seite wurde aktualisiert am 16.11.2013